Von Bowle, Pharisäer, Tote Tante und Eiergrog

Die Trinkgenüsse in Nordfriesland sind oft variantenreich, aber immer gehaltvoll. Ahnungslose Inselgäste auf Föhr werden schon mal mit der Föhrer Bowle konfrontiert, die kalt oder warm getrunken wird. Diese Bowle hat nichts mit dem gemeinhin bekannten fruchtig-spritzigen Allerlei im bauchigen Gefäß zu tun. Auf jedem Dorffest, bei jeder Familienfeier seht man sie stehen, die Glaskrüge mit der Föhrer Bowle.
Wird sie kalt serviert, besteht sie aus einem Gemisch von Rum und Limonade im selben Verhältnis. Warm ist sie eine Mixtur aus schwarzem Friesentee mit Korn oder Branntwein. Das trinkt man dann aus kleinen Gläsern und immer ex!
Auch der Kaffeepunsch "Pharisäer" hat es in sich: Er besteht aus Kaffee, Zucker und viel Rum. Diese Mischung wird mit einer dicken Sahnehaube bedeckt, die möglichst aus Schafsmilch bestehen sollte, weil diese besonders steif wird und ein ganz eigenes Aroma hat.
Eine andere Punschvariante wird "Tote Tante" genannt. Statt Kaffee kommt dafür heiße Schokolade oder Kakao in die Tasse.
Grog als wärmendes Heilmittel kennt ja jeder, aber wie steht´s mit dem Eiergrog?
Das ist eine weitere Spezialität aus dem friesischen Norden. Für die Zubereitung braucht man ein Ei, etwas Vanillezucker, Zitronensaft und einen Schuss flüssige Sahne. Das Ganze wird gut umgerührt, besser noch fest geschlagen. Dann wird kochendes Wasser und heißer 40-prozentiger Rum dazugegeben. Damit sich alles miteinander vermengt, wird zuletzt noch einmal gut umgerührt.










